Ihr Ziel: im
Ernstfall durch kürzere Eintreffzeit schneller wichtige Erstmaßnahmen einleiten
(fba) Marxen. Die Freiwillige Feuerwehr Marxen gründet
eine sogenannte Helfer-vor-Ort Gruppe. Diese speziell für medizinische Notfälle
geschulte und ausgerüstete Gruppe soll zukünftig bei jedem Notarzteinsatz in
Marxen mitalarmiert werden. Das Ziel ist es, die Zeit bis zur ersten
medizinischen Versorgung deutlich zu verkürzen. Die gesetzliche Rettungsfrist durch
den Rettungsdienst von 15 Minuten wird in Marxen zwar in den allermeisten
Fällen eingehalten, die Eintreffzeit der örtlichen Einsatzkräfte liegt jedoch,
durch die geringere Fahrzeit, oft deutlich darunter. Dadurch können wichtige,
oft auch lebensrettende Maßnahmen schneller eingeleitet und die Überlebenswahrscheinlichkeit
des Patienten erhöht werden. Das Konzept „HvO-Gruppe in der Freiwilligen
Feuerwehr“ wird in einigen anderen Ortschaften des Landkreises Harburg bereits
erfolgreich praktiziert. Die Gruppen organisieren und unterstützen sich dabei
auch untereinander. So finden z.B. regelmäßig sogenannte „Fallbeispieltage“
statt, an denen realistische Einsatzszenarien geübt und besprochen werden.
Unterstützt wird
die Marxener Gruppe von einigen hauptamtlichen Rettungs- und Notfallsanitätern
in den eigenen Reihen, unter ihnen Lars Mickel-Garbers, welcher sich u.a. um
die Ausrüstung und die Ausbildung der Gruppe kümmert. Nach einer
coronabedingten Verzögerung konnte die Ausbildung, unter Einhaltung aller
Hygienevorschriften und mit begrenzter Teilnehmerzahl, Ende Juni gestartet
werden. Die Teilnehmer werden dabei, neben den allgemeinen Notfallmaßnahmen,
auch in Anatomie und in weiteren vertiefenden Themen geschult, um gut für den
Einsatz gewappnet zu sein. „Wenn die Ausbildung weiter so gut läuft, können wir
im Herbst an den Start gehen!“, so Mickel-Garbers.
Die ersten Ideen
zur Gründung entstanden bereits Ende 2019. Nach dem einstimmigen Votum der
Jahreshauptversammlung im Januar erfolgte der offizielle Antrag bei dem
Kostenträger, der Samtgemeinde Hanstedt. Der Samtgemeinderat beschloss
daraufhin im Sommer einstimmig die Gründung der Gruppe. Die Marxener sind
damit, nach Undeloh, die zweite Wehr in der Samtgemeinde Hanstedt, die eine
solche HvO-Gruppe an den Start bringt.
Die Gründung einer HvO-Gruppe ist eine freiwillige Zusatzleistung und gehört nicht zu den gesetzlichen Aufgaben einer Freiwilligen Feuerwehr. Die Kosten müssen daher auch von Spendern und dem Förderverein der FF Marxen übernommen werden. Geplant sind u.a. die Anschaffung eines Rettungsdienstrucksacks und eines Defibrillators sowie die Durchführung einer Betriebssanitäterausbildung für die Mitglieder. Weiterhin werden alle Marxener Bürger mit einem Infoflyer über die neue Gruppe informiert. Erste Gespräche mit Marxener Bürgern und Firmen brachten durchweg positive Rückmeldungen.
Text und Bild: F. Baden Pressestelle FF SG Hanstedt